eisefotografie und Fotoausrüstung

Seit 15 Jahren beschäftige ich mich mit der Reisefotografie - ein wahrhaftig sehr breites Feld, über das schon viele Bücher geschrieben worden sind. Ich möchte im Folgenden versuchen ein paar Tipps zusammenszustellen...

1. Digital oder analog?

Diese Frage stellt sich meines Erachtens heute nicht mehr so richtig. Ich würde die Frage mit eindeutig digital beantworten. Die Vorteile der digitalen Fotografie wie

  • sofortiges Betrachten und Beurteilen der Bilder (zumindest einen groben Eindruck bekommt man auf dem Display)
  • keine Kosten für Filmmaterial - dafür aber für den Kauf eines großen Imagetank, oder Speicherkarten :-)
  • problemlose Nachbearbeitung am PC

haben mich schon seit Langem überzeugt. Man sollte aber unbedingt das Geld für eine digitale Spiegelreflexkamera inverstieren, wenn man gewisse Qualitätsansprüche hat. Inzwischen sind die digitalen Spiegelreflexkameras ja auch bezahlbar geworden... Ich selber fotografiere mit Nikon (s.u.) kann aber die entsprechenden Modelle von Canon genauso empfehlen.

2. Objektive

Diese Frage ist schon gar nicht mehr so leicht zu beantworten. Kann man hier doch Unsummen an Geld versenken - Qualität hat eben seinen Preis und vor allem auch sein Gewicht!

Für eine Reise in ferne Länder sollte man möglichst über folgende Minimalausstattung verfügen:

  • 17-70mm Weitwinkel- / Normalobjektiv für Landschaftsfotografie
  • 70-200mm Teleobjektiv für Tierfotografie

Nicht vergessen darf man, dass die meisten digitalen Spiegelreflexkameras einen Umrechnungsfaktor von 1,5 haben, d.h. ein 70-200mm an einer Nikon D200 entspricht einem 105-300mm Objektiv an einer analogen Kamera.

Die Objektive sollten möglichst lichtstark sein, damit man mit kurzen Verschlußzeiten und niedrigen Isoeinstellungen arbeiten kann. Lichtwerte von f=2.8 sind bei Zoomobjektiven optimal, kosten aber sehr schnell viel Geld und sind deutlich schwerer als lichtschwächere Objektive. Ich würde lieber ein Objektiv weniger kaufen, dafür aber möglichst qualitativ hochwertige Objektive. Die Unterschiede zwischen einem günstigen und einem teurem Objektiv sieht man gerade bei problematischen Lichtsituationen deutlich.

Wer eine ordentliche Grundausstattung hat und viel fotografiert, wird vermutlich schnell an den Punkt kommen, wo er sich noch weitere Objektive wünscht...

  • ein "Super-Weitwinkel" von 12-24mm ist besonders in der Landschaftsfotografie und bei Architekturaufnahmen sehr schön.
  • wer gerne kleinste Tierchen und Pflanzen fotografiert sollte über ein Makroobjektiv, dass teilweise einen Abbilungsmaßstab von 1:1 bietet, nachdenken.
  • Brennweiten von 300-400mm (entspricht analog 450-600mm) sind besonders für die Tierfotografie "very nice to have". Leider kosten diese Objeltive sehr viel Geld und müssen erst einmal transportiert / geschleppt werden.
  • witzige Effekte kann man mit einem 10,5mm Fisheye Objektiv erreichen.

3. Stative, Imagetank

Auch beim Thema Stativ stellt sich wieder die Frage, wieviel Geld man anlegen möchte. Man kann folgende Gleichungen aufmachen:

"billig = schwer und stabil" oder "teuer = leicht und stabil" oder "billig = leicht und wackelig"

Natürlich sollte ein Stativ stabilen und sicheren Halt für die Kamera bieten. Nach langen Überlegungen habe ich mich zu einem Dreibein Carbonstativ von Gitzo und einem Einbein Carbonstativ von Manfrotto enschieden. Das war zwar die Variante "teuer = leicht und stabil", aber wer will schon so viele Kilos mit sich rumschleppen.

Für Tierfotografie aus dem Auto, wie es beispielsweise in den namibianischen Nationalparks üblich, sollte man einen kleinen Erbsensack dabei haben, den man auf die runtergekurbelte Seitenscheibe legen kann.

Da ich auf Reisen nur noch im RAW Format fotografiere, brauche ich passende Speichermedien. Ein RAW und ein JPG Bild von einer 12,3 Mio. Pixel Kamera (Nikon D 300) belegt eben mal bis zu 20 MB (in Worten zwanzig MB). Da die Festplatte meines Laptops nicht ausreicht, habe ich einen Bildviewer von Epson (P-4000) mit einer 80 GB Festplatte angeschafft. Der Epson P-4000 verfügt über ein hervorragendes Display und hat mir sehr gute Dienste geleistet. Auf der letzten großen Reise - Südafrika, Mosambik, Botswana, Namibia - habe ich ca. 7000 Fotos gemacht, die 130 GB auf dem Epson und meinem Laptop belegt haben. Viele Fotos habe ich unterwegs am Laptop gleich aussortiert...

4. Pflege und Reinigung

Ein ganz wichtiges Thema auf Reisen ist die Pflege / Reinigung der Kamera. Gerade der Staub auf den vielen Schotterstraßen im südlichen Afrika ist Gift für ein jedes mechanisches / elektronisches Gerät. Zum einen sollte die Fotoausrüstung immer gut vor Staub geschützt sein, zum anderen sollte man damit vertraut sein, wie man potentiellen Staub vom Sensor einer digitalen Kamera entfernen kann. Ein Blick in die Bedienungsanleitung einer Kamera sollte schon zu Hause gewagt werden.

Ich habe deshalb immer einen kleinen Blasebalg und einen kleinen Pinsel dabei. Das Thema Sensorreinigung ist ein ganz difiziles. Zunächst versuche ich den Staub mit dem Blasebalg von dem Sensor zu blasen. Wenn das nicht geht, benutze ich das hervorragende Reinigungsmittel "Eclipse", von dem ich ein paar Tropfen auf einen speziellen "Reinigungsschieber" tue. Vorsichtig reinige ich dann den Sensor - klappt hervorragend und spart viel Geld!!!

5. Meine Ausrüstung

Zur Zeit fotografiere ich mit folgender Ausrüstung:

Nikon D 300
Nikon D 200
Nikon AF-S DX 10,5mm / 2.8 G ED
Nikon AF-S DX 12-24mm / 4G IF-ED
Nikon AF-S DX 17-55mm / 2.8 G IF-ED
Nikon AF-S VR 70-200mm / 2.8G IF-ED
Nikon AF-S VR 200 - 400mm/ 4,0 IF-ED
Nikon Telekonverter TC-14E II
Sigma 150mm F2,8 EX DG HSM MAKRO
Nikon SB 800
Quantum Turbo Battery Pack
Gitzo und Manfrotto Stative
Novoflex Panorama VR-System
Wimberley Head II
Cokin Grauverlaufsfilter
Graufliter (2 und 6 Blendenstufen)
Skylight- und Polfilter
Epson P-4000 (Bilderspeicher mit 80 GB Festplatte, der ein hervorragendes Display zum Betrachten der Bilder hat)